Text/Lyricks von Wilhelm Wilms

CREDO - ICH GLAUBE

das glaubensbekenntnis

entstand nachschweren
theologischen auseinandersetzungen
der frühen kirche 325
auf dem konzil zu niceae
beschlossen unter staatl. druck
das "nicänokonstantionopolitanum"'
von wilhelm willms beschrieben, aufgebrochen,
mit worten sichtbar gemacht, erklärt und paraphrasiert
willms provoziert, ruft zum nachdenken,
zum neuen hören, schmecken, fühlen, kritisiert,
damit entscheidungen fallen.
verteidiger und advocatus diaboli
und doch verwurzelt in dem glauben,
der die christenheit umfassen will
credo ein ort gnädiger erleuchtung - am sonntag -
still und verborgen - und doch öffentlich -
nachfrage und aufforderung

Michael J. Hack

 

Den Text schrieb Probst Wilhelm  Willms
aus Heinsberg vor ca. 25 Jahren
im Auftrag der Stadt Köln
Anläßlich des "Aschermittwochs der Künste"
sollte er ein geistliches Werk verfassen.
Willms entschied sich
für eine persönliche Auslegung
des christlichen Glaubensbekenntnisses,
das unter dem Namen
"Kevelaerer Kredo" veröffentlicht wurde.
Im Vorwort heisst es hier:
- warum KEVELAERER KREDO?
- weil auch ein CREDO ein Gnadenort ist.
- Die Poetik eines CREDO ist mit
- der Poetik einer GNADENKAPELLE zu vergleichen.
Der Text soll zum Nachdenken anregen,
"damit jeder seine eigene Antwort finden kann. "
Jeder Mensch ist auf der Suche nach Geborgenheit.
Diese ureigene Sehnsucht
ist unabhängig von Konfessionen.
Alles ist das Eine,
alles geht auf einen Ursprung zurück,
nachdem wir alle suchen"
, meint Wilhelm Willms.
1976 wurde ein Teil seiner "Credo-Fassung"
von Werner Haentjes zum erstenmal vertont
und in der Köllner Karthäuser Kirche uraufgeführt.
Fürr die Neuvertonung wurde
eine leichte Musik gewählt,
die dem Text angepasst ist.
Hans-Jörg Böckeler,
seit über 30 Jahren mit Willms zusammenarbeitet,
machte aus dem "Kevelaerer Kredo" ein Rockoratorium,
das besonders die junge Generation ansprechen soll
.
 

Im Text heisst es unter anderem:
 

die worte
die sätze
dieses credo
sind fragwürdig
sie sind würdig
immer neu befragt zu werden...
glauben ist weder wissen
noch nicht wissen
glauben liegt in der mitte

Solch  provokante,
aber durchaus ehrliche Textstellen
ziehen sich durch den gesamten Text.
Der 1930 geborene Willms
verschließt nicht die Augen vor der Realität
Er versteht die Zweifel am Glauben
und gesteht ein, das
" die Kirche mit ihren teils engstirnigen Ansichten
auch Fehler begangen hat".
Und anscheinend trifft er mit seiner Ehrlichkeit
auch genau den richtigen Punkt.
Vielfacher Zuspruch
und positive Kritiken jedenfalls bestätigen dies.
Aachens verstorbener Bischof Klaus Hemmerle
schrieb dem Autor zu seinem Werk:
"Es war eine tiefe Begegnung mit dem Credo. . .
zum einen bin ich dem begegnet, was ich glaube. . .
schließlich habe ich in diesem Credo
die Menschen gefunden, die. . .
weit weg sind von dem,
was dieses Geheimnis sagt
und denen es doch mitten in der Seele sitzt"...

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